"Die klagende Mutter Menschenrechte", Pieta

Lebensgroße Figuren aus Papier, mit transparentem Klebeband umwickelt und mit Zeitungspapier ausgestopft

Veröffentlicht am 04.04.2018

RELIGIONSFREIHEIT

Im Konzert der vielen Religionen
können wir nur sicher wohnen,
wenn es Freiheit gibt zu leben
und nach Wahrheit frei zu streben.

Mancher Christ sein Leben wagt
(unserm Herrn sei es geklagt!)
weil er von seinem Glauben spricht
und lässt von seinem Jesus nicht!

Freiheit zu glauben ist ein Menschenrecht
damit steht es heute schlecht,
Christen werden verfolgt weltweit,
ganz furchtbar ist das große Leid!

Doch gilt das Recht noch hierzulande,
woanders schlägt man es in Bande.
Wir sollten öffentlich bekennen
und Christus unsern Herren nennen!

Wir müssen uns auch engagieren
den Kampf für Freiheit hier zu führen.
Die Politik muss auch was tun
damit wir weiter in Freiheit ruh’n!

Damit steht‘s leider nicht zum Besten
zu wenig wird getan im Westen.
Herr, gib uns Kraft auch Druck zu machen
damit Politiker jetzt aufwachen!

Doch letztlich liegt‘s in Gottes Hand
was schließlich wird in unserem Land.
Wir sollten alleine ihm vertrauen
und getrost auf sein Wort bauen!

Man könnte kaum bessere Worte für die derzeitige Situation der Religionsfreiheit finden als die des Lyrikers Johannes Kandel. Die Religionsfreiheit ist ein Grund- & Menschrecht, welches jedem einzigen Individuum zur freien Ausübung des Glaubens und der persönlichen Weltanschauung zustehen sollte, jedoch ist dies eher eine Utopie als die Norm. In Österreich wurde die Religionsfreiheit vor allem in der Zeit zwischen dem 18.-20. Jahrhundert im Zuge mehrerer Schritte durchgesetzt und sogar in der Bundesverfassung niedergeschrieben. Heute herrscht weitgehend vollständige Glaubens-, Bekenntnis- und Religionsausübungsfreiheit, solange das die Grundwerte Österreichs anerkennt, sowie weitgehende Trennung von Kirche und Staat.
Im Zuge unserer praktischen Arbeit, bei der lebensgroße Figuren aus Papier gebaut, mit transparentem Klebeband umspannt und mit Zeitungspapier ausgestopft wurden, haben wir uns mit genau dieser Thematik befasst und sie in unserer Skulptur aufgefasst und interpretiert. Die Papierfigur kniet unterwürfig auf dem Boden, was die Hilfslosigkeit und Angst ausdrücken soll. Die Person ist durch zwei Ketten, die jeweils an den Handgelenken befestigt sind, gefesselt. Die gefalteten Hände können symbolisch sowohl als der letzte Funken Hoffnung interpretiert werden, der durch den Glauben geschenkt wird, aber auch als ein Flehen bzw. Betteln um Gnade.
Sophie Kromp
Florian Dialer
Katharina Schneider
Peter Poledna
Gisela Winkelbauer
Hanna Bacher
Felix Staubmann
Moritz Mitterbauer
Katharina Hollander
(alle: 8A, April 2018)


Die Zusammenstellung der zwei Figuren ist einer klassischen Pietà nachempfunden. Eine der Figuren sitzt aufrecht und hält die zweite in ihren Armen. Sie trauert und beweint das Schicksal der anderen und richtet den Blick gesenkt über deren leblosen, geschundenen Körper. Die sitzende Figur, in der Pietà die Mutter Jesu, stellt hier eine Allegorie (Verkörperung; Darstellung) der Menschenrechte dar - jene in ihren Armen verkörpert das Leid vieler Unterdrückter, scheinbar verlassen von allem Mitgefühl und allen Menschenrechten. Gezeichnet ist der leidende, leblose Körper durch die Schauplätze von Krieg, Leid und Verletzung, die unsere Welt immer noch durchziehen.
Und obwohl die Körper der Leidenden im Leben von jeglichem Mitgefühl und allen Menschenrechten verloren scheinen, ist es nun die Personifizierung der Menschenrechte, die die Leidenden in Ihrem Tod behütet und ihr verlorenes Leben und unglückseliges Schicksal beweint.
Die Skulptur ist Ausdruck der Gräueltaten dieser Welt, zeigt aber dennoch auf, dass es noch Mitgefühl und Hoffnung gibt. Die Allegorie der Menschenrechte steht für uns alle, die es in der Hand haben, den Tod der vielen Leidenden nicht nur zu beweinen, sondern selbst als lebendige Verkörperung der Menschenrechte unsere Hilfe und unser Mitgefühl auszusprechen.
(Simon Becke, Julia Kainrath, Katharina Scheibenecker, Sebastian Löblich, Laetitia Reinthaller, Lara Condell, Marlies Celerin, Evelyn Seng, Oskar Scheed. Alle: 8B, März, April 2018)