Erasmuswoche

Willkommen! Welcome! Tervetuola!

Veröffentlicht am 08.05.2018

Willkommen! Welcome! Tervetuola!
Was erwartet junge Menschen nach dem Schulabschluss? Auf welcher Grundlage sollen sie die Entscheidung für ihren weiteren Ausbildungsweg treffen? Wie finden sie ihren Weg in eine berufliche Zukunft?

Diese und ähnliche Fragen stellen sich unsere Oberstufenschüler hier in Klosterneuburg genauso wie deren Kolleginnen und Kollegen in Nurmes/Finnland oder Crickhowell/Wales. „Future Plans“ – unter diesem Motto stand deshalb auch die Abschlusswoche unseres insgesamt eineinhalbjährigen Erasmusprojekts, an dem wir gemeinsam mit den genannten Partnerschulen gearbeitet haben. Diesmal war es an uns, die schöne und verantwortungsvolle Rolle der Gastgeber für unsere Besucher zu übernehmen. Vom Gap-Year zu einem internationalen Arbeitgeber aus Österreich, von der Praxis des Forschens zur Begegnung mit Profis aus dem Berufsleben und ein Besuch im UN Headquarter in Wien: Unser Kalender war prall gefüllt.

Was man gewinnt, wenn man ein Gap-Year wagt
„Zeit im Ausland kann einem ungeahnte Möglichkeiten bieten, tut es aber nicht automatisch. Es liegt an einem selbst, das Meiste draus zu machen.“ Statt viel Theorie gab es zum Thema Gap-Year einen Erfahrungsbericht aus erster Hand. Paul Poledna, ehemaliger Absolvent unserer Schule und inzwischen Student der Physik und Philosophie in Wien, erzählte spannend, anschaulich und klug über seine Erlebnisse in Israel und China im Rahmen eines von ihm geleisteten Gedenkdienstjahrs.

In Linz wird gearbeitet, international
Oberösterreichs Hauptstadt, das ist ein Tagesausflug. Wunderbares Wetter erwartet uns. Die zauberhafte Innenstadt lockt. Die Donau schillert blau. Auf dem Programm stand allerdings nicht Romantik, sondern Handfesteres: Stahlerzeugung bei der voestalpine. Old Industries also, Schweiß, Ruß, schmutzige Hände, dachten wir. Vor Ort erwartete uns stattdessen ein schickes Besucherzentrum, eine intensive Führung und eine Fahrt durch das weitläufige Gelände des Global Players aus Österreich. Fazit: In Linz haben wir faszinierend viel international gesuchtes Know how, hochautomatisierte Technologie und präzise Produktionstechnik gesehen.

Exzellent forschen, gleich um die Ecke
Das IST Austria in Maria Gugging steht für Spitzenforschung mit internationalem Anspruch. Schon der Blick auf den Campus flößt Respekt ein. Hier wird Wissenschaftlern einiges geboten und wir ahnen: Wer hier forschen darf, muss umgekehrt wohl so einiges an Wissen, Potenzial und Ehrgeiz mitbringen. Was folgte, waren ein überaus spannender Einblick in den internationalen Forschungsbetrieb sowie die Vorträge zweier junger Wissenschaftler, die über ihren Werdegang, ihre Forschungsthemen und Erfolge berichteten.

Menschen und ihre Karrieren, hautnah
Was haben eine Wissenschafterin der Atomenergiebehörde, ein Pilot der Austrian Airlines, ein Public Relations-Manager und ein Projektentwickler in einem Softwareunternehmen für Security Control-Systeme gemeinsam? Sie alle stehen mitten im Berufsleben. Sie alle haben unterschiedliche Ausbildungswege und Anforderungen gemeistert. Und sie alle waren bereit, sich Zeit zu nehmen und über ihren Werdegang, ihren beruflichen Alltag und ihre Erfahrungen zu sprechen und die Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten.

Österreich, sehr charmant
Zwischendrin, davor und danach gab es die Woche über viel Gelegenheit für Begegnung und Austausch miteinander und natürlich für österreichische Kultur in unterschiedlicher Dosierung: unterhaltsam in Form einer von Schülern gestalteten Schnitzeljagd durch Klosterneuburg, ehrwürdig im Rahmen einer Führung durch das Stift. Wir ließen unsere Gäste natürlich auch kundig durch die Wiener Innenstadt geleiten, erforschten gemeinsam original Wiener Kaffeehäuser, testeten einen urigen Wiener Heurigen (alkoholfrei, versteht sich) und versorgten unsere Besucher zwischendurch mit selbst gebackenen Polsterzipfel, Gugelhupf oder Strudel zum Kaffee.

Wiener Walzer, sehr fidel
Um den Dreivierteltakt kommt man in dieser Gegend einfach nicht herum. Deshalb holten wir uns eine professionelle Tanzlehrerin ins Haus, die die jungen Leute im Rahmen eines Workshops taktvoll anleitete. Darf ich bitten?, hieß es dann gleich einen Tag später zum krönenden Abschluss der Woche. Auf dem Programm stand eine rauschende Ballnacht (nicht nur) mit Walzerklängen, Live-Musik von unseren Schülern Robin Mayerböck am Klavier und Julius Krämer am Schlagzeug, Nationaltänzen aus Finnland und Wales, einem (fast ganz) selbstgemachten Buffet. Die jungen Herren beeindruckten im Anzug, die jungen Damen in feinen Kleidern und alle miteinander durch die Selbstverständlichkeit des Miteinanders und der Freude an der kulturellen Vielfalt, die hier gleich ein bisschen mitgefeiert wurde. So jung, frisch und lebendig kann sie sein, die europäische Idee!

Ulli Schark, Britta Bauer-Kühner, Isabel Schropper