Begabtenförderung GSP in der 7A - Haus der Geschichte Österreich und Justizpalast

Veröffentlicht am 15.05.2019

Am Diens­tag, 7.5.2019, und Mitt­woch, 8.5.2019, fanden in der Klasse 7A jeweils in der unter­richts­freien Zeit Pro­jekte zur Begab­ten­för­de­rung aus Geschichte und Poli­ti­sche Bil­dung statt. 

Besucht wurde zunächst eine Buch­prä­sen­ta­tion zum Thema Heilt die Zeit Wunden?“ (Diens­tag, 7.5.2019, 19:00 Uhr)

In ihrem neuen Buch Unfass­bare Wunder. Gesprä­che mit Holo­caust-Über­le­ben­den in Deutsch­land, Öster­reich und Israel por­trai­tiert Alex­an­dra Föderl-Schmid ein­fühl­sam Über­le­bende des NS-Ter­rors und hatte sogar zwei von ihnen zu Gast: Eva Umlauf (77 J.) aus Mün­chen und Bert­hold Amnon Klein (91 J.) aus Israel. 

Die Berichte dieser beiden Zeit­zeu­gen über eine Kind­heit im Lager Aus­schwitz (Eva Umlauf) bzw. die Flucht aus Wien, die in einem Inter­nie­rungs­la­ger auf Mau­ri­tius endete (Bert­hold Amnon Klein), waren sehr berüh­rend. Auf die Frage der Auto­rin Alex­an­dra Föderl-Schmid, wie es denn gelin­gen kann, sich ange­sichts sol­cher Erleb­nisse eine so posi­tive Grund­ein­stel­lung zum Leben zu erhal­ten, ant­wor­tet der 91jäh­rige Amnon Klein: Ich schaue immer in die Zukunft. Das habe ich mein ganzes Leben lang getan.“ Und Eva Umlauf appel­lierte an die Jugend im über­vol­len Publi­kums­raum: Ihr seid meine Hoff­nung. Auf euch ver­traue ich. Und wenn ich euch hier so sitzen sehe, kann ich nicht glau­ben, dass man uns noch einmal ver­gast und ver­brennt.“ Das war wohl einer der bewe­gends­ten Momente dieser gemein­sa­men Stunde.

Am Tag darauf, Mitt­woch, 8.5.2019, fei­erte der Hel­den­platz anläss­lich des offi­zi­el­len Kriegs­en­des am 8.5.1945 das all­jähr­li­che Fest der Freude. Aus diesem Anlass war der Ein­tritt ins Haus der Geschichte Öster­reich frei und es gab ver­län­gerte Öff­nungs­zei­ten. Die 7A nutzte dies zu einer The­men­füh­rung Der Ruf nach dem star­ken Mann. Demo­kra­tie in Bedräng­nis“. Markus Fösl führte äußerst kom­pe­tent durch die Aus­stel­lung Auf­bruch ins Unge­wisse – Öster­reich seit 1918“ und lenkte die Auf­merk­sam­keit seiner Zuhö­rer umsich­tig auf Ent­wick­lun­gen, die den Ver­lust der Demo­kra­tie in Öster­reich im 20. Jahr­hun­dert ermög­li­chet haben.

An diesen beiden Ver­an­stal­tun­gen haben ins­ge­samt 11 Schü­ler teil­ge­nom­men: Kira Braun, Carmen Frei­stät­ter, Lisa Hampel, Julia Holik, Hannah Keil, Anna Rate­niek, Marie Rate­niek, Alexis Schaf­fer, Chiara Snow, Flora Wild­ner, Vilma Wild­ner, Frau Wild­ner als beglei­tende Mutter.

Ergän­zend zum Thema Demo­kra­tie in Bedräng­nis“ wird die gesamte Klasse 7A am Don­ners­tag, 16.5.2019, die Podi­ums­dis­kus­sion Wo Recht zu Unrecht wird, wird Wider­stand zur Pflicht“ anläss­lich des 75. Gedenk­ta­ges der Hin­rich­tung von Roman Karl Scholz am Gym­na­sium besu­chen und am Frei­tag, 18.5.2019, im Jus­tiz­pa­last an einer Füh­rung durch den Juris­ten Fried­rich Forst­hu­ber durch die Aus­stel­lung Was uns der Rechts­staat bringt“ teil­neh­men.

Alle vier Ereig­nisse werden im Unter­richt zusam­men­ge­führt und nach­be­rei­tet und tragen mög­li­cher­weise zu einer mün­di­gen Ent­schei­dung bei der Euro­pa­wahl am 26.5.2019 bei, damit Werte wie Men­schen­würde, Frei­heit, Demo­kra­tie, Gleich­heit und Rechts­staat­lich­keit (vgl. Ver­trag von Lis­sa­bon, Art. 2) auch in Zukunft die ver­bin­den­den Werte im Frie­dens­pro­jekt Europa“ blei­ben, an denen mit Stärke und Über­zeu­gung fest­ge­hal­ten wird. 

Mag. Edith Ach­leit­ner-Koch

Eva Umlauf

Bert­hold Amnon Klein