Bio-Projekt in der 3G

Veröffentlicht am 02.02.2017

Achte ich darauf, was ich kaufe? Bio-Pro­jekt in der 3G

Die 3G nahm an einem vier­tä­gi­gen Pro­jekt zum Thema Bio­kon­sum von FiBL teil. Wir haben viel gelernt, nach­ge­dacht und aus­pro­biert.

Vielen Men­schen ist bio­lo­gi­sche Ernäh­rung eigent­lich wich­tig, aber durch unbe­wusste Kauf­ent­schei­dung, den teuren Preis oder Stress im Alltag, bei dem das Ein­kau­fen ein­fach schnell gehen muss, greift man dann oft zu Pro­duk­ten, die eigent­lich nicht den eige­nen Werten ent­spre­chen. Auch durch seine Mit­men­schen wird man beein­flusst. Diese Lücke zwi­schen der eige­nen Mei­nung und der tat­säch­li­chen Kauf­ent­schei­dung zu schlie­ßen, war das Ziel dieses Pro­jekts. Es ging nicht um Bio ist gut und nicht-bio ist schlecht”, son­dern darum, wie man han­delt und was man selbst eigent­lich für rich­tig hält.

Für das Pro­jekt kam Lothar Greger von FIBL (For­schungs­in­sti­tut für bio­lo­gi­schen Land­bau ) vom 19.12. bis 22.12. zu uns in die 3G. Am ersten Tag beka­men wir einen Fra­ge­bo­gen zu den Themen Aus­beu­tung, Umwelt­ver­schmut­zung, Mas­sen­tier­hal­tung und Kli­ma­wan­del. Fast die ganze Klasse meinte, sie fänden diese Dinge nicht gut. Erstaun­li­cher­weise dachte beim anschlie­ßen­den Ein­kau­fen für ein Klas­sen­pick­nick nie­mand mehr daran. Es wurden haupt­säch­lich Chips und Süßig­kei­ten gekauft, aber nie­mand ach­tete auf Bio- oder Fair Trade-Kenn­zeich­nung. Lothar erklärte uns, dass so etwas vor allem mit Gewohn­heit und Bezie­hung zusam­men­hängt. Man passt sein Han­deln an seine Mit­men­schen an und kauft zum Bei­spiel das, was die Eltern oder Freunde auch kaufen. Bevor unser zwei­ter Ein­kauf am nächs­ten Tag star­tete, haben wir uns das Symbol ange­se­hen, mit dem alle Bio­pro­dukte gekenn­zeich­net sind. Es hat die Form eines grünen Blat­tes. Wir soll­ten danach eine Bio-Alter­na­tive zu unse­ren gest­ri­gem Kauf finden, auf der dieses Zei­chen zu sehen ist. Was gar nicht so ein­fach war, denn bei Bio-Chips und Süßig­kei­ten gibt es sehr wenig Aus­wahl. In Grup­pen haben wir dann Schritt für Schritt die bio und die kon­ven­tio­nel­len Chips ver­gli­chen. Erst Aus­se­hen, dann Geruch, Gefühl, Geschmack und Akus­tik. Die Mei­nun­gen waren sehr ver­schie­den, da jede Gruppe andere Pro­dukte getes­tet hat und wie nor­male Pro­duk­ten auch alle Bio­pro­dukte indi­vi­du­ell sind. 

Im gesam­ten Pro­jekt wurde viel in Grup­pen gear­bei­tet und der Unter­richt oft mit Spie­len auf­ge­lo­ckert. Gene­rell haben wir sehr viel durch selbst tun gelernt, anstatt es erklärt zu bekom­men. Zum Bei­spiel haben wir bei einer Dis­kus­sion selbst Argu­mente gesucht, die für und gegen Bio-Pro­dukte spre­chen. Es gab zwei zufäl­lig aus­ge­wählte Grup­pen, eine war für und eine gegen Bio. Immer Kinder zwei sind gegen­ein­an­der ange­tre­ten”, und wenn einem die Argu­mente aus­gin­gen, wurde er von einem Grup­pen­mit­glied abge­löst.

Das Pro­jekt hat uns gut gefal­len und wir würden gerne so etwas in der Art noch einmal machen. Dadurch dass wir uns vier Tage hin­ter­ein­an­der jeweils fünf Unter­richts­stun­den auf ein Thema kon­zen­trie­ren konn­ten, ist mehr hängen geblie­ben und wir haben viel inten­si­ver dar­über nach­ge­dacht. Auch die Spiele und Übun­gen, durch die wir gelernt haben, sind sehr gut ange­kom­men. Oft habe man nicht gleich ver­stan­den, wozu die Spiele gut sein soll­ten, aber Lothar habe uns dann immer alles erklärt und am Ende habe es Sinn erge­ben, meinte Lara M.. Mag­da­lena erzählte, sie fände es erschre­ckend was hinter dem Rücken der Käufer pas­siert. Erlebt haben wir dies bei einem Spiel zum Thema Was haben Kon­su­men­ten, Eis­bä­ren, Gum­mi­bär­chen und Fücht­linge mit­ein­an­der zu tun?
Auch von vielen ande­ren Fakten über Bio und Umwelt­schutz war die Klasse scho­ckiert. Miriam stellte fest, es sei wirk­lich schade, dass es Dinge wie Bio und Fair Trade gebe und so wenige wüss­ten, wirk­lich was diese Dinge bedeu­ten. Des­we­gen soll­ten solche Pro­jekte in allen Klas­sen gemacht werden. Diese neuen Dinge kennen zu lernen hat viel Spaß gemacht. Am besten habe ihm gefal­len, als wir beim Ein­kau­fen die Pro­dukte am Bio Siegel erken­nen soll­ten, sagte Joshua. Es besteht bei den meis­ten der Wunsch, so etwas in der Art zu wie­der­ho­len.

Nach dem Pro­jekt stell­ten wir uns die Auf­gabe, in der Unter­stufe Wer­bung für den Fair Trade Point zu machen und Pla­kate zu gestal­ten. Der Fair Trade Point ist ein Stand in der Aula 1, bei dem es Scho­ko­lade, Gum­mi­bär­chen, Müs­li­rie­gel und andere Snacks in Bio- und Fair Trade-Qua­li­tät zu kaufen gibt. Unsere Wer­be­kam­pa­gne soll am Frei­tag, 3.2. in der 5. Stunde statt­fin­den.
Auch haben wir am Montag, 30.1. mit den Schulbuf­fet­be­trei­ber dis­ku­tiert. Unsere Frage war, ob es mög­lich wäre, auch beim Buffet Bio-Pro­dukte zu ver­kau­fen, um es mög­lich zu machen, sich auch in der Schule für Bio zu ent­schei­den. Aus ver­schie­de­nen orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den (zu kleine Küche etc.) ist es der­zeit schwie­rig, z.B. eine Bio-Hüh­ner­schnit­zelsem­mel und eine kon­ven­tio­nelle” Semmel anzu­bie­ten. Und wir frag­ten uns, ob wir selbst bereit wären, statt 2,20 Euro in Zukunft etwa 4 Euro für eine Bio-Schnit­zelsem­mel zu bezah­len?

Eine Idee aus unse­rer Dis­kus­sion mit dem Schulbuf­fet-Betrei­ber war, den Fair-Trade-Stand auch in der Aula 0 zu posi­tio­nie­ren und ihn damit auf­zu­wer­ten.

Wei­ters bot uns Lothar vom FIBL an, für uns Kon­takt zu gleich­alt­ri­gen Kin­dern aus Süd­ame­rika oder Indien her­zu­stel­len, deren Fami­lien auf fair-trade” und bio”-Plantagen arbei­ten. Gerne nehmen wir dieses Ange­bot an und wollen das Pro­jekt auf diese Weise wei­ter­füh­ren!

Bericht: Ida Kies­lin­ger sowie wei­tere Schü­le­rin­nen und Schü­lern der 3G, ergänzt durch Susanne Hitter-Fertl