Literaturlesung mit Tahar Ben Jelloun

Veröffentlicht am 23.01.2020

Tahar Ben Jell­oun ist ein fran­zö­sisch-marok­ka­ni­scher Schrift­stel­ler und gilt als einer der bedeu­tends­ten Auto­ren der fran­ko­pho­nen Lite­ra­tur. Heute schreibt er aus­schließ­lich fran­zö­si­sche Bücher, weil es ihn her­aus­for­dert, nicht in seiner Mut­ter­spra­che zu schrei­ben und er mehr Frei­hei­ten als in der ara­bi­schen Spra­che hat. Für seine Bücher wurde er bereits mehr­mals aus­ge­zeich­net, wie zum Bei­spiel mit dem Prix Gon­court oder dem Grand Prix lit­tér­aire du Maghreb.

Als Tahar Ben Jell­oun seine ersten poe­ti­schen Werke ver­fasst hat, ist ihm die Ähn­lich­keit zwi­schen der Poesie und der Mathe­ma­tik auf­ge­fal­len – jedes Wort muss am rich­ti­gen Platz stehen, damit die mathe­ma­ti­sche oder poe­ti­sche Glei­chung Sinn ergibt. Außer­dem sei es in der Poesie mög­lich, Wörter, die es nicht gewohnt sind, neben­ein­an­der zu stehen, mit­ein­an­der zu ver­bin­den und dadurch poe­tisch wert­volle Begriffe zu bilden. Ein berühm­tes Bei­spiel wäre « La terre est bleue comme une orange » von Paul Éluard, wel­ches auch von Ben Jell­oun zitiert wurde.

Für uns war es beson­ders inter­es­sant der Lite­ra­tur­le­sung bei­zu­woh­nen, da wir die Mög­lich­keit hatten, einen berühm­ten Autor ken­nen­zu­ler­nen und eine Ein­sicht in die Ent­wick­lung der Bücher zu erhal­ten. Beson­ders für jene Schü­ler, die das Buch L´enfant de sable“ (Sohn ihres Vaters) bereits gele­sen hatten, war der Vor­trag im Insti­tut français de Vienne eine gute Gele­gen­heit, um die Absich­ten Tahar Ben Jell­ouns zu ver­ste­hen.

Ben Jell­oun konnte uns einige seiner Lebens­weis­hei­ten ver­mit­teln und uns mit seiner Liebe zur Lite­ra­tur begeis­tern.