Die Schülerinnen und Schüler der 8CF als Kunsthistoriker

Published on 20.10.2020

An einem Freitag im Okto­ber hatte die 8CF Gele­gen­heit als Kun­sthis­toriker und Über­set­zer in Aktion zu treten. Eine Galer­istin hatte vier Drucke mit latein­is­chen Bes­chreibun­gen zum Weit­erverkauf erworben und bat Mag. Wal­cher um eine Über­set­zung der latein­is­chen Texte als Zus­atzin­form­a­tion für die Käufer. 

Zuerst sahen sich die SuS mit Mag. Wal­cher die Darstel­lungen auf den Bildern genau an. Es han­delt sich um vier Meth­oden des Fisc­hfangs, die heute noch gebräuch­lich sind (beis­piels­weise die Kor­mor­an­fis­cherei in China, Indien und Ländern Südostas­i­ens). Die Entzif­fer­ung der Bes­chreibun­gen stellte die erste Schwi­erigkeit dar, doch nach einer anfäng­lichen Gewöh­nung­s­phase an die alte Schrift gelang den Schülern und Schüler­innen dies recht gut. Der näch­ste Sch­ritt war die Über­set­zung der vier Bildun­ter­s­chriften in Grup­pen­arbeit. All dies wurde mit viel Engage­ment und unter Zeit­druck – nur eine Unter­richtss­tunde konnte abseits des Lehr­plans dafür reser­viert werden – bew­erkstel­ligt!

Der Dank der Galer­istin und eine – nicht pekuniäre — Belohnung war den Schülern sicher!

Kor­mor­an­fis­cherei
Anseris instar avem foelix habet India, Pisces,
Funiculo inglu­vie adstricta, quae pren­dere novit.
Non glu­tire, sed in ripas adferre propin­quas,
Evomere, atque Indis victum con­ferre perita. 

Das glückliche/​fruchtbare Indien hat einen Vogel gleich einer Ente,
der sich darauf ver­steht, Fische zu holen, wobei seine Kehle mit einem Seil zugeschnürt ist.
Er ist darin erfahren, sie (die Fische) nicht zu schlucken, son­dern zu den nahen Ufern zu brin­gen, aus­zus­pucken und den Indern als Nahrung zu brin­gen.

Muschelfis­cherei
Indi bac­carum conchas fundo in maris imo
Ut quaer­ant, nares obstructi, aure­sque liqore
Uncti, demit­tunt e navi cor­pora, fune
Apprenso: in navem mox fune levan­tur eodem

Um die Per­lmuscheln am tiefen Grund des Meeres zu suchen,
lassen die Inder, die ihre Nasen ver­stopft und die Ohren mit einer Flüssigkeit
getränkt haben, die Körper (der Taucher) aus dem Boot, wobei er ein Seil in der Hand hält.
Bald werden sie an dem­sel­ben Seil ins Boot gehoben.

Nacht­fis­cherei
Ludi­cra pis­candi quaedam ars est: vespere mensae
insistit rutila ful­genti lam­pade cautus
Pis­cator, pla­cid­aque in stagni aut flu­minis unda
lumen pis­ci­cu­los adeuntes decipit astu.

Es gibt eine lust­ige Art zu fisc­hen: ein listi­ger Fisc­her stellt sich
Des Abends auf ein Floß mit einer röt­lich schim­mernden Lampe,
und das Licht täuscht in der fried­lichen Welle/​im fried­lichen Wasser eines Teiches oder Flusses die kleinen Fische, die her­beikom­men, durch die List.

Thun­fis­chfis­cherei
Parthen­o­paeae urbis Thun­nus prope lit­tora magnis
Tem­pore certo anni solet advent­are cater­vis
Pis­cator conto tensa hos in retia pellit,
Fus­cin­ula figit, vel acuti dente tri­dentis.

Nahe der Küste der Stadt Parthen­o­pae (Neapel) kommt zu einer
Bestim­mten Zeit des Jahres der Thun­fisch in großen Schwär­men.
Der Fisc­her treibt sie mit einem Stab in die aufgespan­nten Netze und
spießt sie mit einem Angel­haken oder der Zinke eines spitzen Dreiz­a­cks auf.

Die hart erarbeite Belohnung in Form von Schokolade­sardinen”