Egon Schiele Kunstreise ins Wien um 1900

Klasse BE 8C/D, MMag.a Renate Kehldorfer

Published on 07.03.2018

Im Rahmen des Kun­stun­ter­richts besuchten wir die Aus­s­tel­lung Wien um 1900 im Leo­pold Museum.

Äußerst interess­ant, expres­sion­istisch, etwas ver­störend, inform­ativ, inspir­i­er­end, eine tolle Erfahrung, aus­drucks­voll, einmal etwas anderes, heraus­fordernd“ sind einige Eindrücke, die das Gese­hene wider­spiegeln.

Wien um 1900 ist geprägt von der Vielschichtigkeit des polit­ischen Lebens. Das kul­turelle Leben um die Jahrhun­der­twende (1890 — 1910) wird als die Wiener Mod­erne bezeich­net den Zeitraum vor dem Ersten Weltkrieg und den anschließenden Zer­fall der Donaumon­archie.
Die Künst­ler woll­ten sich von den Ein­en­gun­gen der akademis­chen Kun­stauffas­sung, der nat­ur­al­istischen Darstel­lung­s­weise und dem His­tor­is­mus wie Eklekt­izis­mus befreien und suchten neue Wege in der Gestal­tung. Die Kunst als Gegen­be­we­gung um 1900 ist geprägt vom Jugend­stil und der Idee des Ges­amtkunstwerks sowie der Mod­erne und der Tief­gründigkeit des Öster­reichis­chen Expres­sion­is­mus.
Gegenüber­stel­lend betrachteten wir die Kunstwerke von Gustav Klimt und Egon Schiele in ihrer Beson­der­heit.

Gustav Klimt (1862 — 1918) schuf mit großem Engage­ment die drei Deck­engemälde für die Aula der Wiener Uni­versität, die als alleg­or­ische Darstel­lungen der Philo­sophie, der Med­izin und der Jur­is­pru­denz standen, welche jedoch auf­grund seiner Neuart­igkeit im künst­lerischen Aus­druck Ablehnung erhiel­ten. Welches ihn dazu ver­an­lasste sich von öffent­lichen Aufträ­gen zurück­zuziehen und den Schwer­punkt seiner künst­lerischen Arbeit in den privaten Bereich ver­legte. Seine Por­traits und Land­schaften waren begehrt und hoch­bezahlt von der Wiener Ober­schicht, die vor­wie­gend aus dem wohl­habenden jüdis­chen Bür­gertum. Seine früh­lings-, som­mer­hafte Far­bpalette verza­ubert mit goldenen Orna­men­ten in der Fläche den Betrachter.

Egon Schiele (1890 — 1918) besuchte von 1902 — 1906 unser Gym­nas­ium. Im Geden­ken an seinen 100 Todestag wollen wir heuer, ihm mit ver­schieden­sten künst­lerischen Klassen­arbeiten und Kunstak­tionen geden­ken.
Seine Aus­ein­ander­set­zung mit den Abgründen der mensch­lichen Existenz und dem Verge­hen, drückt sich immer wieder in seinen expres­sion­istischen Selb­st­b­ild­n­is­sen, Porträts, Stadtansichten und Land­schaften durch seine Farb- und Form­wahl.
Wir wür­di­gen einen Künst­ler, der mit seinem Schaf­fen der Kunst eine neue Rich­tung gegeben hat. 

Text: Ros­a­lie GÜNTSCHL


Excur­sion: Leo­pold Museum
Class 8C/MMag.a Renate Kehl­dor­fer

One of the major fig­ur­at­ive paint­ers of the 20th cen­tury is con­sidered to be Egon Schiele, who shaped Expres­sion­ism and chal­lenged the gen­eral public with his expli­cit paint­ings, espe­cially in Aus­tria.
In order to fur­ther explore the life of Egon Schiele and his work the classes 8.C and 8.D vis­ited an exhib­i­tion at the Leo­pold Museum. Together with a guide, the class star­ted the tour with a gen­eral intro­duc­tion about Impres­sion­ism, in par­tic­u­lar about why and how it emerged in the first place. In the late 1800‘s the first cam­eras were inven­ted and pho­to­graphy as an art form was born. Sud­denly, artists were not neces­sary any­more to create a copy of real life through their paint­ings as well as draw­ings and many declared this caesura as the end’ of art. The inven­tion of pho­to­graphy enabled artists to work with new shapes, col­ours and mater­i­als. In other words, they were able to express them­selves dif­fer­ently than before, as they diverged from 19th cen­tury Real­ism.
After­wards the classes looked at the work of Gustav Klimt, who is one of the most import­ant rep­res­ent­at­ives of the art move­ment known as Art Nou­veau. The stu­dents then ana­lyzed three paint­ings called Philo­sophy’, Medi­cine’ and Jur­is­pru­dence’, which were sup­posed to be at the Uni­ver­sity of Vienna but were never accep­ted due to their expli­cit and dark nature.
A sig­ni­fic­ant part of Schiele‘s art was the strong expres­sion of sexu­al­ity in his paint­ings and his famous self-por­traits. In order to explore the dif­fer­ent aspects of his artistic work, the stu­dents split into groups, where each focused on a a topic such as love, women or death. The task was to ana­lyze a paint­ing that deals with one of the afore­men­tioned topics. After suc­cess­fully present­ing the group tasks the stu­dents explored the rest of the exhib­i­tion.

Text by Alma Fiala