Auf einer außerordentlich interessanten, informativen und vor allem wichtigen Exkursion im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts führte Prof. Alexander Gutenthaler die SchülerInnen der 4A und ihre Deutsch-Lehrerin durch Klosterneuburg und stellte Plätze und Gebäude vor, auf/in denen jüdische Mitbürger einst gewohnt und gewirkt hatten.
Den Beginn machte das Haus von Dr. Arthur Weiß in unmittelbarer Nachbarschaft zur heutigen Polizei, der sich als höchst sozialer Arzt und Leiter des Klosterneuburger Krankenhauses einen Namen gemacht hatte und trotzdem von der SS enteignet und verfolgt worden war.
Auf dem Areal des Stiftes sahen wir die Stelle, an der sich einst im mittelalterlichen Klosterneuburg eine Synagoge befunden hatte.
Vorbei an Häusern, die ehemals jüdischen Bürgern gehört hatten (Apotheke am Hauptplatz, Libro-Haus, Sektkellerei Inführ), erreichten wir letztendlich den erst seit 5 Jahren öffentlich zugängigen Jüdischen Friedhof, ein Kleinod, in dem wir eine Stunde lang über die bewegte Vergangenheit der jüdischen Bevölkerung dieser Stadt, aber auch über Riten und Regeln des jüdischen Glaubens erfuhren.
Einige Auszüge von SchülerInnen – gleich nach der Exkursion niedergeschrieben:
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Ich finde es sehr interessant, dass in meiner Nähe, dort, wo ich sehr oft vorbeigehe, so viel passiert ist, von dem ich gar nichts wusste. - Zum Beispiel über das Schicksal des Dr. Weiß.
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Was ich besonders beeindruckend fand, war, über die Geschichte der Familien zu hören, die hier bestattet sind.
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Es hat mich schockiert, dass so nahe von uns so Schreckliches passiert ist, wie z.B., dass Menschen ihre Wohnungen und Häuser weggenommen wurden.
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Viele Gebäude in Klosterneuburg scheinen nicht so, als hätten sie eine Geschichte. Die meisten Leute gehen vermutlich einfach an den Häusern vorbei, ohne zu wissen, was dort passiert ist und wer dort gelebt hat. Ich zum Beispiel bin schon hunderte Male an den Resten der Synagoge vorbeigegangen, ohne zu wissen, dass das eine Synagoge war.
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Für mich war es neu, dass es diesen Friedhof überhaupt in Klosterneuburg gibt. Aber ich habe vor allem nicht gewusst, dass man Steine mit auf den Friedhof nehmen, als Mann eine Kippa tragen und sich nach dem Friedhofsbesuch die Hände waschen muss.
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Was ich noch faszinierend finde, ist, dass eine jüdische Frau, die nun in Klosterneuburg lebt, mit Anne Frank in dieselbe Schule ging und diese persönlich kannte.




