Mediation

Letzte Aktualisierung: 30.01.2018
Aktionstag der 1. Klassen
© David Jablonski

Was ist Media­tion?

Im Rahmen einer Media­tion unter­stüt­zen aus­ge­bil­dete und unpar­tei­ische Schü­le­rIn­nen (soge­nannte Media­to­rIn­nen) andere Schü­le­rIn­nen dabei, ihre Kon­flikte zu bear­bei­ten und im besten Falle zu lösen. Ziel ist ein struk­tu­rier­tes und faires Gespräch bei dem die Kon­flikt­par­teien zu einer für sämt­li­che Par­teien akzep­ta­blen Lösung kommen.

Wich­tig für die Peer-Media­tion ist das Ein­ver­ständ­nis beider Kon­flikt­par­teien. Nie­mand wird zu einem Media­ti­ons­ge­spräch gezwun­gen, da der beid­sei­tige Wunsch zur Kon­flikt­lö­sung ent­schei­dend ist.

Ein Media­tor stellt dabei kei­nes­wegs einen Rich­ter dar (schließ­lich ist Media­tion kein Wett­kampf), son­dern treibt ledig­lich das Gespräch voran und ver­sucht dabei keine Partei besser oder mäch­ti­ger daste­hen zu lassen. Inhalt­lich hält sich ein Media­tor aus dem Gespräch heraus und bezieht selbst­ver­ständ­lich keine Stel­lung. Schluss­end­lich sind es die Kon­flikt­par­teien, die eine Ver­ein­ba­rung tref­fen sollen und somit, mit der Unter­stüt­zung des Media­tors, das Pro­blem lösen. Dar­über hinaus werden sämt­li­che Infor­ma­tio­nen ver­trau­lich behan­delt und blei­ben geheim.

Die Media­tion

An unse­rer Schule wird Peer Media­tion im Rahmen einer unver­bind­li­chen Übung ange­bo­ten. Die Auf­ga­ben der Media­to­rIn­nen sind viel­sei­tig. Eine der Haupt­auf­ga­ben der Media­to­rIn­nen besteht im so genann­ten Men­to­ring der ersten Klas­sen. Dies bedeu­tet, dass alle Teil­neh­mer der unver­bind­li­chen Übung einer ersten Klasse zuge­teilt werden. Sie besu­chen ihre Klasse in regel­mä­ßi­gen Abstän­den (ca. alle 3 Wochen) in den sozia­len Lern­stun­den, um mit ihnen zu arbei­ten, mit ihnen zu spie­len, ihnen bei der Umstel­lung auf das Gym­na­sium zu helfen, ihnen in Kon­flikt­si­tua­tio­nen zur Seite zu stehen und ähn­li­ches.

Ein wei­te­rer großer Auf­ga­ben­be­reich der Media­to­rIn­nen stellt die Kon­flikt­me­dia­tion dar. Unsere aus­ge­bil­de­ten Peer­me­dia­tio­rIn­nen stehen bei der Bear­bei­tung von Kon­flikt­si­tua­tio­nen zur Seite und sind darum bemüht, den Kon­flikt­par­teien auf ihrem Lösungs­weg zur Seite zu stehen.

Um an der unver­bind­li­chen Übung Media­tion teil­zu­neh­men, müssen zwei Bedin­gun­gen erfüllt sein. Einer­seits muss man bereits Schü­ler der Ober­stufe (5. bis 8. Klasse) sein und ande­rer­seits ist es not­wen­dig, eine Aus­bil­dung in Peer Media­tion zu durch­lau­fen. Diese findet jähr­lich an einem Wochen­ende im Sep­tem­ber im Semi­nar­zen­trum in Raach am Hoch­ge­birge statt. An diesem Wochen­ende werden die neuen Media­to­rIn­nen aus­ge­bil­det und mit theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Tools ver­sorgt, die ihnen die Teil­nahme an der unver­bind­li­chen Übung ermög­li­chen. In diesem Sinne ist die Teil­nahme am Aus­bil­dungs­wo­chen­ende für neue Media­to­rIn­nen ver­pflich­tend und für erfah­re­nere Media­to­rIn­nen sehr emp­feh­lens­wert.

In den 1. Klas­sen

Da der Wech­sel von der Volks­schule ins Gym­na­sium oft eine große Her­aus­for­de­rung für Eltern wie für Kinder glei­cher­ma­ßen dar­stellt, hilft unser Media­ti­ons­team den ersten Klas­sen, diesen Umstieg leich­ter zu machen und ist darum bemüht, dass sich in den jewei­li­gen Klas­sen eine gute Gemein­schaft bildet. In diesem Sinne werden jeder ersten Klasse drei bis fünf Media­to­ren zuge­teilt, die regel­mä­ßig in der sozia­len Lern­stunde die Klasse besu­chen, um mit den Schü­le­rIn­nen ver­schie­dene Akti­vi­tä­ten zur Grup­pen­bil­dung durch­zu­füh­ren. Eben­falls können die Media­to­ren zur Kon­flikt­be­ar­bei­tung her­an­ge­zo­gen werden, sollte dies not­wen­dig sein.

Womit wir arbei­ten:

  • Inter­ak­tive Spiele zum Ken­nen­ler­nen
  • Übun­gen zur Gemein­schafts­bil­dung
  • Ver­trau­ens­auf­bau durch gemein­same Aktio­nen
  • Beglei­ten­der Ein­stieg in unser Gym­na­sium
  • Bil­dung einer neu­tra­len Gesprächs­ba­sis mit den Media­to­ren
  • Auch der Akti­ons­tag der 1. Klas­sen fällt in das Auf­ga­ben­ge­biet der Media­to­rIn­nen. Dort wird jähr­lich, der von Herr Prof. Zess­ner orga­ni­sierte Tag, der spie­le­ri­schen För­de­rung der Klas­sen­ge­mein­schaft gewid­met. Die Media­to­rIn­nen beglei­ten ihre“ ersten Klas­sen dabei, um sie näher kennen zu lernen und sie dabei zu unter­stüt­zen ein Team zu werden.

Media­to­ren

Peers sind gleich­alt­rige, gleich­ge­sinnte, Men­schen aus der glei­chen Gruppe, den Schü­le­rIn­nen unse­rer Schule. Warum werden sie als Media­to­rIn­nen ein­ge­setzt? Ganz ein­fach, weil ihnen die Schü­le­rIn­nen auf­grund des sich glei­chen­den Alters meist schnel­ler ihr Ver­trauen schen­ken und ihnen auch lieber ihre Pro­bleme anver­trauen als den Leh­re­rIn­nen oder sogar ihren Eltern.

Kon­flikte gehö­ren meist zu der Art von Ange­le­gen­hei­ten, die gleich­ge­sinnte Schü­le­rIn­nen besser ver­ste­hen und nach­voll­zie­hen können, da sie viel­leicht sogar selbst mal in der selben Situa­tion gesteckt sind und Erfah­run­gen darin gesam­melt haben.

Raach-​Semi­nar

Gleich zu Beginn des neuen Schul­jah­res werden die Koffer gepackt und das Semi­nar­zen­trum in Raach am Hoch­ge­birge unsi­cher gemacht.“Raach am Hoch­ge­birge“ ist eine kleine Gemeinde mit 293 Ein­woh­nern an der Grenze zwi­schen der Buck­li­gen Welt und des Sem­me­ring­ge­bie­tes in Nie­der­ös­ter­reich. Inner­halb dieser drei Tage werden die neuen Mit­glie­der zum Media­tor aus­ge­bil­det. Grund­wis­sen, Rol­len­spiele und schließ­lich auch der rich­tige Umgang mit Kin­dern werden den Schü­lern auf den ver­schie­dens­ten Arten ver­mit­telt und gelehrt.

Gemein­sam mit den schon prak­ti­zie­ren­den Media­to­ren werden Rol­len­spiele durch­ge­führt um den Umgang mit den ver­schie­dens­ten Kon­fron­ta­tio­nen zu erler­nen und gleich­zei­tig zu üben. Doch für zwi­schen­durch werden auch Gemein­schafts­spiele gespielt, die für die sozia­len Lern­stun­den in den 1.Klassen ver­wen­det werden können.

Bei köst­li­chem Essen und schö­nen Zim­mern ver­ge­hen die drei Tage jedes Mal viel zu schnell. Aber auch eine Fackel­wan­de­rung bei Nacht, die sich mitt­ler­weile zu Tra­di­tion ent­wi­ckelt hat, darf nicht fehlen und ist immer fix im Pro­gramm mit­ein­ge­plant!

Alles in allem ist das Aus­bil­dungs­wo­chen­ende immer ein voller Erfolg und die Media­to­ren freuen sich von Jahr zu Jahr mehr auf unse­ren klei­nen gemein­sa­men Aus­flug nach Raach.